2020-11-23

Remote User Testing: 4 klare Vorteile

Ihr wisst: Für die beste User Experience auf digitalen Plattformen müssen wir genau wissen, was Nutzer:innen wollen. Intensives Testen und Evaluieren ist ein wichtiger Bestandteil digitaler Projekte – und mithilfe von z. B. Usability Tests auf qualitativer Basis gewähren wir die Nutzerfreundlichkeit und damit auch die Nachhaltigkeit des Produkts von Anfang an. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass intensives Testen auch remote problemlos möglich ist – und darüber hinaus noch viele neue Chancen birgt…

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UX & UI

Remote User Testing: 4 klare Vorteile

(WIRKLICH) VERSTEHEN, WAS USER WOLLEN

Der Nutzer ist König: Auch wenn sich Informationsbeschaffung und Kaufverhalten rapide wandeln, wird die Fokussierung auf die Bedürfnisse der User die größte Rolle spielen - jetzt und in Zukunft. Wir entwickeln Onlineshops, Websites oder Apps, die Nutzer:innen die beste Experience bieten. Wir wollen die Bedürfnisse von Zielgruppen vollumfänglich verstehen, damit sie letztlich unsere digitalen Produkte völlig intuitiv und mit einem hohen Joy of Use bedienen können.

Gefordert ist die perfekte Usability – doch wie stellt man diese sicher? Es gibt natürlich zahlreiche Methoden der (quantitativen) Messung von Nutzerverhalten – Analytics, Heatmapping & Co. sind beispielsweise hilfreiche Tools. Vor allem aber bei Produktneuentwicklungen oder der Optimierung komplexer Produkte stoßen sie an ihre Grenzen. Warum? Um ganz genau dieses eine Wort geht es: Warum. Für wichtige Fragen wie „Warum hat der User nicht auf den CTA geklickt?“ oder „Warum ist er an genau dieser Stelle abgesprungen?“ ist User Testing eine Methode, die direkt konkrete Antworten liefern kann. Denn: Man begleitet den repräsentativen User live auf seiner digitalen Reise und kann unmittelbare Rückfragen zu seinem (Klick-)Verhalten stellen.

USER TESTING - WAS IST DAS GENAU?

User Testing ist eine Methode des Human Centered Designs, durch die sich ein Produkt oder ein Prototyp hinsichtlich seiner Usability und User Experience mit Hilfe von echten Nutzer:innen qualitativ beurteilen lässt. Das ist vor allem in frühen Projektstadien sinnvoll – denn wir wollen ja von Beginn an die Perspektive der User einnehmen und nicht davon abweichen.

Bei brandung rekrutieren wir hierfür repräsentative Proband:innen nach Zielgruppenmerkmalen, die frühe Produkttypen testen wie etwa Wireframe Klickdummys für beispielsweise Versicherungsrechner und zugehörige Designscreens. Der Ablauf erfolgt in Form eines leitfadengestützten Interviews mit einer Länge von 60-120 Minuten nach der Thinking Aloud Methode. Thinking Aloud bedeutet: Der Proband bzw. die Probandin spricht aufkommende Gedanken während des gesamten Testings direkt aus. Wenn wir also repräsentative Use Cases durchspielen wie etwa der Kauf eines Produkts oder das Navigieren zu einem bestimmten Punkt, sehen wir nicht nur, ob Proband:innen den von uns konzeptionell aufgesetzten Weg wählen. Wir können auch direkt nachfragen, ob sie sich flüssig navigieren können oder abbrechen müssen – und woran es gelegen hat. So können Inhalte, Funktionen und komplexe Prozesse frühzeitig getestet und evaluiert werden, um von Anfang an einen nutzerfokussierten und damit auch erfolgreichen Projektverlauf zu gewährleisten. Natürlich können wir auf diesem Wege auch Designs und Fragen rund um den Look & Feel eines digitalen Produkts untersuchen. Für alle Fälle gilt: Schon mit einer kleinen Anzahl Proband:innen pro Zielgruppe können wir bereits aussagekräftige Ergebnisse erzielen, mit denen das digitale Produkt erfolgreich weiterentwickelt werden kann.

Ebenfalls interessant: Auch das Testen einer bestehenden Website, für die ein Relaunch geplant ist, kann durchaus nutzbringend sein. Hier können direkt Nutzerwünsche erfasst werden, mit denen wir wichtige Anforderungen an den Relaunch aus Usersicht ableiten und somit frühzeitig nutzerfokussierte Optimierungspotentiale herausarbeiten.

REMOTE USER TESTING - WAS IST NUN ANDERS?

In der Vergangenheit haben wir User Testings in der Regel inhouse ausgerichtet, also die Proband:innen zu uns in die Agentur eingeladen und Interviews oder auch „Usability Testessen“ vor Ort durchgeführt. Die Corona-Phase allerdings hat diese Formate wie die meisten Präsenzveranstaltungen natürlich völlig auf den Kopf gestellt. Auf qualitatives Testing wollten wir aber nicht verzichten. Und wie so vieles ist auch User Testing durchaus remote möglich. Doch was ist nun anders? Oder sogar besser?

1. Einfacher Zugang zu (speziellen) Zielgruppen

Jedes Unternehmen und jede Marke ist so individuell wie seine bzw. ihre Kunden.  Und manchmal ist die Zielgruppe so speziell bzw. spitz, dass es gar nicht so einfach ist, vor Ort repräsentative Probanden für einen bestimmten Zeitpunkt zu finden – weil das Produkt eines Kunden beispielsweise nur in bestimmten Regionen vertrieben wird. Und auch bei einer sehr breiten Zielgruppe ist es natürlich deutlich effizienter, ortsunabhängig zu rekrutieren.

2. Bequeme Ausgangslage für Proband:innen

Seien es wie in Punkt 1 Zielgruppen, die geografisch schwer zu erreichen sind oder aber auch Zielgruppen vor Ort, die zeitlich oder aus persönlichen Gründen einfach keinen außer-Haus Termin einrichten können. Oder seien es externe Faktoren, wie etwa Störungen der öffentlichen Verkehrsmittel, die dazwischenkommen: Beim remote User Testing gibt es keine geografischen Hürden und keinen Anreisestress für Proband:innen. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Versuchsperson kurzfristig abspringt, ist somit deutlich minimiert.

3. Proband:innen benutzten ihre eigenen Geräte

Es macht natürlich einen Unterschied, mit welchem Gerät wir eine digitale Plattform testen: Das eigene Smartphone, den eigenen Laptop benutzen wir täglich. Man ist vertraut mit der Bedienung und ist es gewohnt, sich damit durch neue Plattformen zu navigieren. Störfaktoren, die durch die Bedienung eines fremden Geräts auftauchen können, werden so von Anfang an ausgeblendet – der User kann sich also voll und ganz auf Funktion bzw. Design des zu testenden Prototyps konzentrieren.

4. Vertraute Umgebung für ein authentisches Setting

Onlineshopping auf der eigenen Coach: Das ist in diesem Fall natürlich ein authentischeres Setting als in einer fremden Testumgebung. Der User befindet sich in seiner gewohnten Umgebung, in der er auch unter normalen Umständen shoppen oder sich über Produkte informieren würde – und kann sich so unter komplett realen Bedingungen auf das Testing einlassen.

GUTE PLANUNG IST ALLES

Die vier genannten Punkte machen das remote User Testing nicht nur spannend, sondern zeigen darüber hinaus noch weitere Potentiale auf. Dennoch stehen wir hier auch vor Herausforderungen: So muss beispielsweise darauf geachtet werden, Mimik und Gestik des Probanden adäquat zu erfassen, was sich bei einem Vor-Ort-Testing deutlicher einfacher gestaltet. Auch haben wir keinen Einfluss auf die Testingumgebung des Probanden und auf eventuell auftauchende Störfaktoren wie Audio-/Videoprobleme oder fremde Geräusche.

Daher ist es besonders wichtig,

  • vorab konkrete Rahmenbedingungen festzulegen und
  • gegebenenfalls einen Ersttermin durchzuführen, um die Technik und Umgebung des Probanden zu checken
  • Auch sollten immer Fallback-Lösungen (wie beispielsweise ein alternatives Testing Tool) vorliegen, falls es zu (technischen) Störungen kommt

Wie fast überall gilt auch hier: Der Schlüssel liegt in einer exzellenten Planung und Vorbereitung. Sind diese Aspekte gegeben, sehen wir große Chancen im remote User Testing und werden dieses in der brandung auch zukünftig weiter einsetzen und ausdehnen.

MEHR INFOS zum Usercentered Design Process bei brandung sowie zum User Testing durch unsere zertifizierten UX Professionals gibt's hier: www.brandung.de/user-experience


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